Die Vereinten

*** Rezensionsexemplar, Werbung unbezahlt ***

Wenn Verrat und Intrigen an der Tagesordnung sind, wem kannst du dann noch trauen?

 


Allgemeine Angaben zum Buch:

Titel: Die Vereinten

Reihe: ja (2. Teil einer Dilogie, 1.Teil: Die Perfekten

Autor: Caroline Brinkmann

Verlag: One

Seitenanzahl: 464

Preis: 18,00€

ISBN: 9783846600672

Rezensionsexemplar: ja (Manuscriptform)


Klappentext:

Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?


Cover

Grundsätzlich ist das Cover mit „nur“ einem Gesicht recht simpel gehalten und doch erzählt es soviel mehr und macht einen aufgrund der Farbgebung und der Intensität der Augen neugierig. Ich persönlich finde es gelungen, wenn auch die Schrift darauf (zumindest der Titel) vielleicht noch eine stärkere Symbiose mit dem Rest eingehen könnte …

 

Zum Buch:

Wie schon bekannt aus dem ersten Teil, sind die Vereinten in verschiedene „Teile“ geteilt, was logisch, aber auch ebenso praktisch für die verschiedenen Cuts und zum Halten der Spannung ist.  Die Geschichte setzt unmittelbar, ohne Vorgeplenkel, Rückblenden usw. zum ersten Teil ein. Man wird quasi ins kalte Wasser geworfen, findet sich, als Kenner der Welt jedoch recht schnell ein.

Es gibt ein Wiedersehen mit alten und mitunter liebgewonnenen Bekannten, aber auch eine Reihe von neuen Charakteren, die die Autorin nicht ohne Hintergedanken eingefügt hat. So bekommt Rain den ein oder anderen neuen Begleiter an die Seite gestellt, bei dem man bis zum Schluss in Atem gehalten wird, ob er Rain am Ende gut oder böse gesinnt ist. Einer dieser Charaktere ist neben dem neuen Cabman eindeutig Cassian … Ein „Perfekter“, den Rain von ihrem Vater vor die Nase gesetzt bekommt. Das Einbringen dieses Protas finde ich toll, am Anfang wirkte es fast wie der Beginn einer Liebesgeschichte, aber weit gefehlt … Die Autorin macht dank Politik, unterschiedlicher Wege bei gleichen Interesse usw. einen harten Cut zwischen den Protas, ohne, dass einer von beiden meine Sympatie eingebüßt hat. Sie entwickeln sich zu Freunden, etwas das Rain in diesen Tagen gut brauchen kann.

Auch Larks Geschichte ist glücklicherweise noch nicht vorbei und wieder stark mit Rain verknüpft. Gut finde ich den Entwicklungsweg den Rain und er durchmachen und wie sich die Persönlichkeiten der Figuren entwickeln. Dazu ein politisches System, das die ein oder andere Parallelverbindung zu unserer heutigen Gesellschaft, wenn auch mit vielen futuristischen Elementen, besitzt. Aber mal ehrlich: Wer weiß, was bei uns in zehn Jahren alles möglich ist? Wer weiß, vielleicht Lesen wir hier schon, was mal Realität wird? Man sollte zumindest niemals nie sagen.

Ich empfinde definitiv Achtung  für diese Welt und ihre Regeln, die sich Brinkmann geschaffen hat. Sie hat Völker erschaffen und eine Einteilung derer, die gar nicht abwegig ist und mich stark an das Kastensystem in Indien erinnert.  Eine Rebellion auferstehen lassen und gezeigt, dass politische Systeme weder perfekt noch unsinkbar sind und das alles mit Worten, die einen schnell in ihre Welt abtauchen und vergessen lassen, wo man sich selbst eigentlich gerade befindet.

Ich finde das Buch gelungen, aber es gibt durchaus auch Schwächen und Verbesserungsmöglichkeiten. Gerade die Rebellion hätte man an der ein oder anderen Stelle etwas mehr verdeutlicht können. Die Thematik gärt zwar,  wird aber immer nur kurz angeschnitten. Wobei durch die Sichtwechsel zwischen Lark und Rain, aber natürlich nicht allzu viel darüber gesagt werden kann, wenn es die entsprechenden Personen nicht mit einbindet. Trotzdem hätte ich mir ein bisschen mehr Input gewünscht, da gerade zum Schluss alles Schlag auf Schlag geht. Nachdem gefühlte vierhundert Seiten die Geschichte vor sich hinplätschert. Wichtiges, mit Auflockerungen und spannungshaltenden Szenen aufgepeppt wird und auch hin und wieder Belangloses einfließt, passiert auf den letzten Seiten die ganze Aktion und das finde ich persönlich etwas schade …

Auch habe ich nach der letzten Seite noch die ein oder andere offene Frage. Zum Beispiel: WER zum Teufel ist GOTT? (Also nicht der in der Bibel etc. sondern, die Figur in Brikmanns Buch); WAS ist zwischen Morpheus und Cassian?

 

Fazit:

Ich finde „Die Vereinten“ sind ein würdiger Abschluss von Brinkmanns Dilogie. Ich dachte damals schon am Ende der Perfekten „das kann es doch nicht gewesen sein“ und ich hatte recht, es kam glücklicherweise noch ein Teil, der ein passendes Ende mit sich brachte. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir gewünscht, ein bisschen mehr an die Hand genommen zu werden. Auch das Reinfinden in die Story wäre schwierig für mich gewesen, wenn ich ein paar Tage vorher nicht nochmal die Perfekten gelesen gehabt hätte. Man wird quasi direkt in die Geschichte hineingeworfen. Wenn man noch mitten im Thema steht: top. Wenn schon ein paar Monate und Bücher dazwischen liegen und man kein fotografisches Gedächtnis hat, ist es schon blöder.

Von mir gibt es dennoch 4 von 5 Sterne und ich kann es euch als Fans von den Perfekten auf jeden Fall empfehlen!

Eure Harriot