Von der Idee zum Plot 1

how to write tuesday

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Wie plottest du? Eine Frage, die ich oft gestellt bekomme und die ich heute zumindest teilweise beantworten werden. Warum nicht ganz?

Wenn ich ehrlich bin, nutze ich zwei Wege und da die sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht sind, möchte ich sie ungern vermischen und spare mir Variante zwei für nächste Woche.

Was ist ein Plot?

Ein grobes Handlungsgerüst, etwas anderes ist ein Plot gar nicht. Klingt einfach? Mag sein, aber mit ihm steht und fällt eine Geschichte. Als würdet ihr ein Lied schreiben und dabei die Noten vergessen … Nicht gut? Wohl eher furchtbar!


Variante eins oder auch: meine Empfehlung für Neulinge:

Das grobe Szenenkonstrukt existiert zu diesem Zeitpunkt bereits, allerdings nur in meinem Kopf. Beim Plotten geht es darum, es schriftlich mit Leben zu füllen, die Geschichte dynamischer zu machen und Logikfehler auszumerzen.

Viele meiner Kollegen haben dafür diese schicken Notizbücher, da es in meinem Kopf allerdings kreuz und quer zugeht, nutze ich in der Anfangsphase kleine Notizzettel und einen Bleistift. Auf diese Weise kann ich die Szenen einzeln und auf ein Minimum reduziert aufschreiben, in der Reihenfolge verschieben und ergänzen. Erst, wenn ich zu hundert Prozent von meinem groben Plot überzeugt bin, krame ich ein Notizbuch raus und arbeite die Zettelchen ab.

Dinge, Situationen, Personen, die mir zusätzlich einfallen, schreibe ich an den Rand der Szene und markiere sie mit farbigen Post-Its. Auf diese Weise habe ich Neuerungen schnell im Blick. Wer clever ist, nutzt für die neuen Personen jeweils eine Farbe, dadurch seht ihr genau, wie oft sie vorkommt und ob ihr eventuell im Fortlauf der Geschichte etwas beachten müsst.

Tipp: Wenn mir ein Gespräch zwischen zwei Protas sehr wichtig ist, dann schreibe ich es meist schon beim Plotten auf. Dadurch lese ich noch vor dem Schreiben mehrfach darüber, was meist nach sich zieht, dass ich das Gespräch eins zu eins in mein Manuscript übernehmen kann und das Beste? Es passt ganz sicher in die Story, weil ich es von Anfang an mit beachtet habe. (Insider: Die Autoren unter euch kennen es ganz sicher: man möchte, dass der Lieblingsprota etwas Bestimmtes sagt oder tut, blöd nur, dass es so gar nicht mehr in die Handlung zu passen scheint – Durch die genannte Methode, gehe ich diesem Problem gekonnt aus dem Weg)


Wenn das Leben dazwischen kommt …

Natürlich kann es trotz reichlicher Ausarbeitung immer wieder passieren, dass man die Geschichte in eine andere Bahn lenkt, als im Plot vorgesehen. Sei es durch Lektoren oder andere Einflüsse … Eine Geschichte zu plotten, bedeutet nicht, sie zu schreiben.

Vergesst nie: Der Plot ist nur ein Gerüst und so, wie man dieses im echten Leben abbauen und woanders in anderer Form wieder aufbauen kann, kann und sollte man in diesem Fall den Plot abändern, statt sich fest zu fahren. Als Autor ist es wichtig sich mit seiner Idee auseinanderzusetzen. Man wächst an den großen und kleinen Hindernisse, immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass man es niemals jedem recht machen kann.

Das Los eines jeden Künstlers … Also egal was du tust und wie oft du deinen Plot umschreibst: die Idee ist da, mach was draus statt aufzugeben!

Eure

Celin Izabel Harriot

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