Hintergründe des Schreibens

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Von außen betrachtet erscheint es leicht: Hinsetzen und  Schreiben.
Ein Irrtum, den viele glauben, denn kaum jemand findet es wichtig zu Erwähnen, was hinter dem Schreibprozess steckt.

Ein Bekannter meinte letztens erst wieder: Du sitzt doch nur in der Sonne und tippst …    Es war wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ich muss nicht erwähnen, dass dieser Bekannter kein Freund ist.

Nein, mein Schreiballtag ist einiges mehr. Denn bevor ich überhaupt loslegen kann, gilt es einen riesigen Berg an kreativer Vorarbeit zu meistern.                                                 Welten, Charaktere und Spielregeln müssen erfunden werden, um nur mal einen Teil davon zu nennen. Dazu kommt noch die Recherche, die einen nicht ganz unbeträchtliche Bereich einnimmt.
Ja ihr Lieben, auch ich, die sich in Symantriet in einer komplett ausgedachten Welt bewegt, musste für ihre Reihe eine recht umfangreiche Recherche betreiben. Die Symantriet – Kenner unter Euch wissen, dass es sich um einen Mix aus historischem Roman und Fantasy handelt. Die Reihe spielt in einem mittelalterlichen Setting und da ist es schon ganz schön blöd, wenn da auf einmal jemand im Minikleid und elektrischem Licht um die Ecke kommt, meint Ihr nicht auch?
Punkt um hieß das für mich, immer wieder zu klären: Gab es dies und jenes damals schon? Wie wurde das bezeichnet? Und natürlich ganz viele weitere Fragen. Passende Antworten gaben mir glücklicherweise hilfsbereite Lektoren und Googlesuchen gepaart mit entsprechender Bücher.
Übrigens hat nichts davon in der Sonne stattgefunden. Nicht einmal das Schreiben, um nochmal auf den Kommentar des Bekannten zurückzukommen … Während meiner Schreibzeit bewege ich mich meist in einem Setting voll absoluter Düsternis …
Spaß. Oder auch nicht …                         Leute, ich kann draußen einfach nicht Schreiben. Tiere, Menschen, Geräusche … irgendwas ist immer da und lenkt mich ab. Aus diesem Grund ziehe ich das Schreiben drinnen definitiv vor. Eine Magnetwand mit Zetteln, die gespickt sind mit allen möglichen Fakten und Remindern zum Inhalt, ist zwar nicht unbedingt fotogen, dafür aber hundertmal effektiver als mein Gartenstuhl.
Ihr seht, bevor ich zum wirklichen Schreiben komme, brauche ich viel Vorlauf. Einfach drauf losschreiben  ist nicht. Obwohl …
Manche meine Kollegen plotten wie wild ihre gesamten Szenen durch, was nichts anderes bedeutet, als sich einen Fahrplan (wie, wo, was usw.) für die jeweiligen Bücher zu erstellen. So etwas gibt es bei mir nicht, es sei den ich arbeite im Augenblick an einem Projekt und mir fällt eine geniale Szene für ein anderes  ein. Dann plotte auch ich.

Ansonsten gilt bei mir: Du kennst den Anfang und das Ende. Kopf mach was daraus! Sekunden später sausen meine Finger auf der Tastatur hin und her … So werden aus ein paar Worten schnell 100, dann 1.000 und irgendwann kommt dann der Tag, an dem ich das Wort Ende unter mein Manuskript setze.
Ich kann bestimmt für alle Autoren sprechen, wenn ich sage, dass dieser Moment immer magisch ist! Zumindest bis zu dem Punkt, an dem man damit anfängt, es das erste Mal zu überarbeiten … Aber das ist ein anderes Thema 🙂

 

Eure Harriot

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