Unicon 43 (26.05-27.05.18) – Die etwas andere Messe

0
386

Ankunft

Ruhig liegt er da, der Campus der Uni Kiel. Kaum jemand kommt mir an diesem Samstag entgegen. Lediglich ein Jogger, der von seiner Fahrradfahrenden Freundin angetrieben wird und die Möwen scheinen wach.

Je näher ich der Mensa komme, desto „voller“ wird es. Vor dem Gebäude der Mensa II. stehen ein paar Autos. Bücher und Kostüme werden entladen, wuselnde Menschen kommen mir entgegen.  Ich setzte meinen Weg fort, kenne ich doch keinen von ihnen. Ich bin neu hier. Eine Fremde in dieser Welt in der sich jeder zu kennen scheint und der Umgangston völlig ungezwungen ist.  Vor der Mensa schaue ich auf die Uhr und stelle fest, dass ich zu früh dran bin. Keiner vom Drachenmond Stand ist da. Nervös sehe ich mich um. Ich fühle mich fehl am Platz. Daneben stehen während andere arbeiten geht gar nicht.

Also … Tief Luft geholt und rein. Durch die Tür in die Mensa. Sie ist nicht groß, aber herzlich. Ich entdecke Sandra. Persönlich kenne ich sie nicht, nur von Facebook. Meinen ganzen Mut zusammennehmend gehe ich zu ihr und werde aufgeregt begrüßt. Mit ihrer herzlichen Art hat sie innerhalb von Sekunden das Eis zwischen uns gebrochen. Sie schwatzt über die Messe, die Bücher, ihre Kostüme (die sie übrigens alle selbst näht!) und weist mich geschickt ein. Meine Nervosität ist zu diesem Zeitpunkt natürlich längst vergessen …

Sandra hat dem Drachenmond Verlag einen Eckstand organisiert.  Voller Tatendrang stürze ich mich auf die neue Aufgabe: Bücher auspacken & sortieren, Plakate aufhängen. Genau meine Welt und als dann die anderen kommen, bin ich direkt im Messefieber. Wir packen und werkeln, bis wir das Beste aus unserem Stand herausgeholt haben. Pünktlich zur Eröffnung der Unicon 43 sind wir fertig. Der Stand steht, genauso wie der vieler Kollegen auch.

Ambiente

Die Stimmung auf der Unicon ist unvergleichlich. Ich hatte anfangs echt Zweifel, wo ich dieses Wochenende am Ende einordnen würde, aber bis jetzt, ist es eines der besten Wochenenden des Jahres gewesen.

Während oben Rollenspiele und Tombola so einiges zum rollen bringen, stehen unten Bücher im Vordergrund. Es gibt Lesungen von Sandra Florean, Tom Finn, Christian Günther und ganz vielen mehr. Dazu Workshops & Signierstunden. Ein abwechslungsreiches Programm, das mich durchaus beeindruckt und lockt, doch am meisten Respekt habe ich vor dem Team und der gesamten Orga. Sie laufen herum, erkundigen sich, ob wir was brauchen. Kaffee, Brötchen, Waffeln … Für die Leute mit Bändchen (Aussteller) sogar umsonst. DANKE an euch. An die Leute im Hintergrund, die öffentlich viel zu wenig Beachtung bekommen. Mit euch steht und fällt eine Messe und die Entscheidung,  ob man noch mal wieder kommt und ich komme wieder! Definitiv.

Julianna Grohe, Julias Schmuck, Nicholle Fischer, Sandra Florean & C.I.Harriot

Auf dieser Messe scheint es schlechte Laune gar nicht zu geben. Während draußen die Sonne scheint, sich die größeren Unijungs mit Paint Ball vor der Mensa vergnügen, andere Grillen oder  in ihren Cosplays über die Messe pilgern, hat jeder ein Lächeln auf den Lippen. Überall wird gelacht, geduzt und Sachen eher nebenbei verkauft. Es ist ein freundliches Miteinander und ich lerne schnell, dass ich doch dazugehöre. Wir haben alle irgendwie einen kleinen Knall, aber das macht uns menschlich und im ernst: Wenn Autoren den nicht hätten, gäbe es wohl nur Sachbücher 😀

Fazit

Die Unicon in Kiel ist klein, aber definitiv einen Besuch wert. Man findet Selfpublisher und Kleinverlage, hat ein abwechslungsreiches Programm, direkten Kontakt zu den Autoren oder aber man geht andere Wege und nutzt das breite Angebot der Rollenspiele. Egal für was man sich entscheidet. Die Unicon bietet es.

Eure

Celin Izabel Harriot

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments